
Hand in Hand: Wie können Osteopathie und Ernährung gemeinsam Schmerzen lindern?
Chronische Schmerzen, Verspannungen oder Verdauungsprobleme? Oft stecken unbemerkte Entzündungen dahinter. Erfahren Sie, wie Osteopathie Ihre Selbstheilungskräfte aktiviert und warum die richtige Ernährung der Schlüssel zu einem beschwerdefreien Leben ist.
Wie funktioniert Osteopathie?
Die osteopathische Medizin – 1847 in den USA begründet – ist ein medizinischer Ansatz, der auf fundierter Kenntnis der funktionellen Zusammenarbeit aller Körpersysteme beruht.
Alle gefundenen Funktionsstörungen im Körper werden behandelt, um die körpereigenen Regulations- und Selbstheilungskräfte zu reaktivieren.
Durch sog. Manipulation von Knochen, Gelenken, Organen, faszialen Geweben und Muskeln werden die unterschiedlichsten Krankheitsbilder sowohl präventiv als auch kurativ behandelt.
Medikamentöse Langzeittherapien haben häufig unerwünschte und gravierende Nebenwirkungen. Deswegen wächst das Interesse an weiteren Behandlungsformen stetig. Es wurde eindeutig in Studien nachgewiesen, dass Osteopathie als direkte Behandlungsmethode für Erkrankungen, wie Lungenentzündung, untere Rückenschmerzen und weitere Funktionsstörungen des Bewegungsapparats wirksam ist.
Außerdem kann eine osteopathische Behandlung auch komplementär, d.h. unterstützend, zu einer schulmedizinischen Behandlung angewendet werden. Weitere Beispiele für Krankheitsbilder, die behandelt werden können, sind Schwindel oder Kopfschmerzen. Aber auch Angstzustände und Erkrankungen von Neugeborenen sprechen gut auf Osteopathie an.
Osteopathie gilt in Deutschland als eine Heilkunst, welche nur von Personen mit einer Heilerlaubnis angewendet werden darf. Diese Heilerlaubnis besitzen Ärztinnen und Ärzte sowie HeilpraktikerInnen. Medizinische, potenziell lebensbedrohliche Notfälle gehören selbstverständlich in ärztliche Hände.
Für unspezifische Störungen, bei denen die Ursache unbekannt ist, eignet sich der ganzheitliche Ansatz der Osteopathie.
Diese ganzheitliche Betrachtung des Menschen, spiegelt sich in folgenden Grundprinzipien der Osteopathie wider:
- Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Geist und Seele
- Der Körper ist stets bestrebt, sich selbst zu regulieren, zu heilen und gesund zu bleiben
- Struktur (z.B. Knochen) und Funktion (z.B. Muskel) stehen in einer wechselseitigen Beziehung zueinander
Das Ziel der osteopathischen Therapie ist es, die natürlichen Funktionen des Körpers wiederherzustellen. Verschiedene Körpersysteme – wie das Herz-Kreislauf-, Atmungs-, Muskel-Skelett- und Nervensystem – werden hierzu wieder in Einklang gebracht.
Wie entstehen chronische Schmerzen?
Sowohl akute Schmerzen, als auch solche, die schon länger bestehen, lösen im Körper große und kleine Entzündungen aus.
Oft sind die kleinen, langanhaltenden Entzündungsprozesse im Körper für uns nicht direkt wahrnehmbar. Sie äußern sich subtil in Symptomen wie chronischen Verspannungen, Schwindel oder Verdauungsstörungen.
Entzündungen als Nährboden für weitere chronische Erkrankungen
Schwelende Entzündungen können auf lange Sicht zur Entwicklung chronischer Krankheiten beitragen:
- Autoimmunerkrankungen
- neurodegenerative Erkrankungen
- chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- metabolisches Syndrom
- chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Im Körper existiert eine durchgängige Bindegewebsschicht, welche Muskeln, Organe und Haut miteinander verbindet. Diese “Faszienhülle” sorgt einerseits für Stabilität und andererseits für Elastizität. In ihr befinden sich eine Reihe von Zelltypen für die Wundheilung und das Immunsystems.
Im Rahmen niedrig-gradiger Entzündungen bildet sich zusätzliches Bindegewebe in diesem System. Die Elastizität nimmt ab und der Abtransport von Abfallprodukten wird erschwert. Dies führt zu einer Art “Verknubbelung” der Muskulatur, was zu hartnäckigen Schmerzen beitragen kann.
Beispiel: Myofasziales Schmerzsyndrom
Myofaszial bedeutet "die Muskeln und die Faszien betreffend".
Bei diesem Syndrom handelt sich um eine Erkrankung des Bewegungsapparates, die durch druckschmerzhafte Triggerpunkte gekennzeichnet ist. Diese lassen sich als kleine Knubbel ertasten.
Wie hilft hier eine osteopathische Behandlung?
Osteopathische Techniken, welche auf einen verbesserten Lymphfluss abzielen, können Entzündungsmarker im Blut nachweislich senken. Dadurch werden Entzündungen und damit zusammenhängende Wassereinlagerungen gelindert.
Außerdem wird ein Einfluss auf das autonome Nervensystem genommen. Eine verbesserte Herzfunktion wirkt sich ebenfalls positiv auf Entzündungsprozesse und Verdauung aus.
Welchen Einfluss nimmt die Ernährung auf Entzündungen?
Westlicher Lebensstil als Risikofaktor
Viele der sog. nicht-übertragbaren Krankheiten, sind ernährungsmitbedingt. Insulinresistenz oder Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose, hohe Blutfettwerte und koronare Herzkrankheit sind sehr häufige Todesursachen in Industrienationen. Bei allen spielen chronische Entzündungen eine wichtige Rolle.
Die langkettigen Omega-Fettsäuren sind intensiv erforscht worden. Omega-3 (Fisch, Leinöl, Algen) besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Omega-6-Fettsäuren (Schweinefleisch, Sonnenblumenöl) wirken indessen entzündungsfördernd.
Das optimale Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 liegt bei ca. 1:1 bis 5:1. Eine nährstoffarme sowie hochkalorische Ernährungsweise verschiebt das Verhältnis mit 15 bis 20:1 des ungünstigen Omega-6.
Die westliche Ernährungsweise trägt zu einem schlechten Omega-Verhältnis bei. Sie zeichnet sich durch einen hohen Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln, raffiniertem Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz aus. Ballaststoffe, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte kommen zu kurz.
Wenn Die Verdauung Aus Dem Takt Geraten Ist
Wie oben erwähnt, treten häufig Verdauungsstörung im Zusammenhang mit Entzündungen auf. In Deutschland kommen Verdauungsbeschwerden generell häufig vor.
Folgende Symptome deuten darauf hin, dass das Verdauungssystem dysreguliert arbeitet:
- Sodbrennen und vermehrtes Aufstoßen
- Völlegefühl, Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Blähbauch
- Vermehrtes Frieren oder Schwitzen
- Durchfall und/oder Verstopfung
- Gewichtsab- oder zunahme
- Suboptimale Nährstoffversorgung
- Chronische, schwelende Entzündungen
- Abgeschlagenheit und Müdigkeit
- Infektanfälligkeit
Essen als Medizin
Eine eiweiß- und ballaststoffreiche Ernährungsweise – bestehend aus pflanzlichen sowie unverarbeiteten Lebensmitteln – kann verschiedene gesundheitsförderliche Wirkungen entfalten. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn dienen beispielsweise den Bakterien des Dickdarms als Futter. Diese verstoffwechseln sie zu immunregulierenden Substanzen wie kurzkettige Fettsäuren.
Bakterien im Dickdarm?!
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Die mediterrane Ernährung aus Südeuropa vereint diese gesundheitsfördernden Eigenschaften. Sie setzt auf reichlich pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte. Die Hauptfettquelle ist natives Olivenöl. Eiweiß wird hauptsächlich aus Fisch und Meeresfrüchten bezogen. Aber auch Geflügel und Milchprodukte stehen ab und an auf dem Speiseplan. Rotes Fleisch kommt dort nur selten vor.
Auch die verschiedenen asiatischen Küchen – Vietnamesisch, Japanisch, Koreanisch, etc. – zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Gemüse, Reis und Fisch aus. Ein weiterer wichtiger Eiweißlieferant sind Produkte aus Soja, wie Tofu und Tempeh. Fleisch und Milchprodukte spielen eine untergeordnete Rolle.
Warum ist eine nährstoffreiche Ernährung so wichtig?
„DU BIST, WAS DU ISST!
Der Verdauungstrakt spaltet das, was wir essen in kleinste Bestandteile auf
Jede Zelle im Körper entsteht aus den verfügbaren Nährstoffen. Je höher die Qualität, desto besser kann die Zelle arbeiten. Die Körperfunktionen können so optimal ablaufen. Hat der Körper zu viel qualitativ minderwertige und zu wenig hochwertige Bausteine zur Verfügung, kippt das System in Richtung einer suboptimalen oder ungünstigen Stoffwechsellage.
Ernähren wir uns nährstoffreich, arbeitet die Biochemie in Richtung einer Entzündungshemmung.
Unser Essen bestimmt unser Innerstes. Die Osteopathie hilft von außen dabei, ins Stocken geratene Gesundheit wieder anzukurbeln. Gemeinsam können sich große Wirkungen entfalten!
Das klingt in der Theorie alles total gut? Sie haben immer mal wieder versucht, etwas in der Ernährung zu verändern? In der Praxis ist das gar nicht so einfach, oder?
Bei Osteopathie im Kontor wird auch Ernährungsberatung angeboten – von der Krankenkasse bezuschusst!
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Marlena Stolzenburg
Als studierte Osteopathin unterstütze ich Ihren Körper durch gezielte Behandlungsimpulse mit den Händen dabei, seine natürlichen Selbstregulationskräfte zu aktivieren. Ergänzend bringe ich durch mein Studium der Ernährungswissenschaften fundiertes Fachwissen mit, das ich mit Freude weitergebe. So verbinde ich osteopathische Behandlung und Ernährungswissen zu einem ganzheitlichen Ansatz.
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