Warum fühle ich mich so müde nach einer Behandlung?

Warum fühle ich mich so müde nach einer Behandlung?

Erschöpft nach der Behandlung? Das ist ein gutes Zeichen! Die Therapie aktiviert Ihre Selbstheilungskräfte und schaltet das Nervensystem auf Entspannung. Lesen Sie hier, was dabei in Ihrem Körper passiert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie betrachtet Körper und Geist als eine Einheit, wobei OsteopathInnen einen körperbasierten Ansatz in der Behandlung verfolgen.

Durch eine ausführliche Anamnese sowie körperliche Untersuchung werden Körperregionen identifiziert, welche die Regulationskräfte des Körpers behindern. 

Die Behandlung erfolgt ganzheitlich, was bedeutet, dass alle gefundenen Dysfunktionen aufgelöst werden. Es wird nicht ausschließlich das symptomatische Areal therapiert. So werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert.

Zur Auflösung der gefundenen Dysfunktionen, welche das Gleichgewicht des Körpers stören, wird in den folgenden drei Ebenen gearbeitet:

Parietales System
Viszerales System
Craniosacrales System
Faszienverklebungen
Erhöhte Spannungszustände von Organen, z.B. ein verkrampfter Darm
Verminderte Beweglichkeit der Schädelnähte
Verhärtete Muskulatur, z.B. Triggerpunkte
Verminderte Verschieblichkeit eines Organs, z.B. Blase Unflexible Rückenmarkshäute im Schädel oder im Kreuzbein
Verhärtete Muskulatur, z.B. Triggerpunkte
Verminderter „Ausdruck“ der minimalen Bewegungen des Organs Verminderter „Ausdruck“ der minimalen Schädelbewegungen
Gelenkfehlstellungen Mangelnde Gleitfähigkeit zwischen zwei Organen, z.B. Lunge und Herz Fehlstellungen der Kopfgelenke

Wie läuft eine osteopathische Behandlung ab?

Parietales System

Verklebungen zwischen den einzelnen Muskelfasern und deren bindegewebigen Hüllen (= Faszien) können mit den Händen “zerissen” werden. Dabei werden kollagene Fasern aufgebrochen, welche über den Harn ausgeschieden werden müssen. Das bedeutet zusätzliche Arbeit für die Nieren. 

Daher immer dran denken, ein Glas Wasser mehr am Tag der Behandlung zu trinken! Manchmal kann es sogar zu einem Muskelkater-ähnlichen Gefühl am nächsten Tag kommen, was völlig normal ist.

Viszerales System

Ist das Verdauungssystem aus dem Takt geraten, können Beschwerden wie Sodbrennen, Durchfall, Verstopfungen oder Blähungen auftreten. Ziel einer Behandlung ist eine Reaktivierung der Verdauungsorgane. Sobald das System wieder anfängt, vermehrt zu arbeiten, wird auch mehr Energie verbraucht. 

Auch in anderen Systemen können Organe durch Verklebungen oder Verhärtungen an Verschieblichkeit einbüßen. Eine manuelle Lösung der Blase durch Mobilisierung und Dehnung der Blasenbänder werden - wie oben beschrieben - ebenfalls kollagene Fasern gelöst.

Craniosacrales System

Dieses System verbindet den Schädel (lat. Cranium) mit dem Kreuzbein (lat. Sacrum). Das Rückenmark der Wirbelsäule wird durch den Wirbelkanal geschützt. Diese Nervenbahn steuert unseren Herzschlag, unsere Muskeln und Organe. 

Die Rückenmarkshäute setzen sich im Schädelbereich fort, damit das Gehirn mit dem Rest des Körpers kommunizieren kann. Dieses Konstrukt nennt sich in der Medizin das zentrale Nervensystem. 

Sanft - aber oho!

Der osteopathische Ausdruck sowie die Bewegungen der Schädelknochen sind minimal, weshalb sich die Behandlung des Kopfes sehr ruhig anfühlen kann. Vielleicht haben Sie schon selbst erlebt, wie Sie während der Behandlung eingedöst sind?

Während der Behandlung werden allerdings zahlreiche Prozesse angestoßen. Beispielsweise die Zirkulation der Gehirnflüssigkeit und der Abfluss des venösen Bluts. Außerdem beeinflussen die Position der Schädelknochen die Aktivität der Hirnnerven. 

Wer es genau wissen will:

Ein Teil des Nervensystems arbeitet autonom, was bedeutet, dass es nicht willentlich beeinflussbar ist. Deswegen wird es auch autonomes oder vegetatives Nervensystem genannt.

Es setzt sich zusammen aus dem Sympathikus, welcher sich vor allem in der Brustwirbelsäule befindet. Diese Nerven sorgen dafür, dass sich unser Herzschlag und der Blutdruck erhöhen, mehr Sauerstoff bereitgestellt wird und die Verdauung gehemmt wird. Dies sorgt für eine erhöhte Bereitstellung von Energie, vor allem für die Muskulatur und den Fokus. Wir sind dadurch in der Lage, eine dringende Aufgabe – wie eine Deadline – zu erledigen. 

Sobald der akute Stressor bewältigt ist, switcht das autonome Nervensystem - im besten Fall - und aktiviert den Parasympathikus. Dessen Hauptnerv ist der Vagus-Nerv, welcher dem Gehirn entspringt. Ist dieser überwiegend aktiv, sinken Herzschlag und Puls wieder, die Verdauung wird angekurbelt und wir haben ein erhöhtes Ruhe- sowie Schlafbedürfnis. Kurz gesagt, ist nun Zeit für Entspannung angesagt. 

Zu den heutigen Zeiten, in denen Hektik, ständige Erreichbarkeit, Schnelllebigkeit und Termindruck herrschen, kommt eine Übererregung des Sympathikus recht häufig vor. Das vegetative Nervensystem braucht allerdings eine gesunde Balance, um uns langfristig gesund zu halten. 

Eine osteopathische Behandlung versetzt Sie in Richtung eines parasympathischen Zustands. Wenn man eine Zeit lang nicht genug für die eigene Entspannung gesorgt hat, kann sich das in ausgeprägter Erschöpfung zeigen. Das ist kein Grund zur Sorge - es ist sogar gewünscht!

Hängen diese Systeme zusammen?

Ja! 

Alle Körpersysteme (Herz-Kreislauf-, Atmungs-, Nerven-, Hormon-, muskuläres-, Verdauungs- sowie Harnsystem) tauschen sich ständig miteinander aus. Gemeinsam arbeiten Sie jeden Tag im Team daran, unseren Körper am Laufen zu halten. 

Ohne Bewegung kein Leben! Dies ist ein Grundsatz der Osteopathie. Allerdings wird der Begriff Bewegung nicht nur auf die körperliche Aktivität angewendet. Ziel der Behandlung ist, das Bewegungsausmaß des Körpergewebes zu verbessern. Das schafft optimale Arbeitsbedingungen für die Zusammenarbeit aller Systeme. 

Eine ganzheitliche Behandlung fordert den Körper ganz schön heraus. In den nächsten Tagen werden Anpassungs- und Heilungsprozesse vom Körper weitergeführt - und das verbraucht Energie. Es heißt nicht umsonst Selbstheilungskräfte.

Nutzen Sie das für sich und gönnen Sie sich etwas Ruhe am Abend. Hierfür eignen sich besonders Atemtechniken. Der Haupt-Atemmuskel ist das Zwerchfell. Dieser ist der einzige Muskel, der sowohl bewusst angesteuert werden kann, aber auch unwillkürlich arbeitet. Wenn wir nicht bewusst den Atem steuern, atmen wir ohne darüber nachzudenken. Vielleicht bauen Sie in Ihrer Abendroutine eine Atemtechnik ein, um sich optimal aufs Schlafen vorzubereiten.

Im Schlaf fokussiert sich Ihr Körper dann auf Regeneration und Sie wachen erholter auf!

Warum fühle ich mich so müde nach einer Behandlung?

Marlena Stolzenburg

Als studierte Osteopathin unterstütze ich Ihren Körper durch gezielte Behandlungsimpulse mit den Händen dabei, seine natürlichen Selbstregulationskräfte zu aktivieren. Ergänzend bringe ich durch mein Studium der Ernährungswissenschaften fundiertes Fachwissen mit, das ich mit Freude weitergebe. So verbinde ich osteopathische Behandlung und Ernährungswissen zu einem ganzheitlichen Ansatz.

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