
Der ultimative Guide: Wie Osteopathie bei Nackenschmerzen hilft
Eingeschränkte Beweglichkeit, Stechen in Kopf und zwischen die Schulterblätter: Treten Nackenschmerzen auf, beschränken Sie uns in unserem Alltag extrem. Dieser Leitfaden gibt Ihnen den Überblick, wie Sie mithilfe der Osteopathie schneller wieder fit werden.
Der ultimative Guide: Wie Osteopathie bei Nackenschmerzen hilft
Nackenschmerzen treten jährlich ungefähr bei 46% der in Deutschland lebenden Menschen auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Damit sind sie weit verbreitet und sind – neben Schmerzen im unteren Rücken – ein häufiger Konsultationsgrund für eine osteopathische Therapie.
Weitere Informationen über Schmerzen in der Lendenwirbelsäule folgen bald hier.
Wie entstehen Nackenschmerzen?
Treten akute Nackenschmerzen (erstmals) auf, können diese durch viele verschiedene Ursachen
(= Differentialdiagnosen) ausgelöst werden. Zunächst stellt man sich in der Medizin folgende Frage:
Strukturell?
Treten neben den Schmerzen noch weitere Symptome wie Missempfindungen, Kraftverlust in den Armen oder Ausstrahlungen in die Hände auf, könnte ein Schaden auf struktureller Ebene vorliegen. Weit verbreitete Beispiele hierfür sind Bandscheibenvorfälle.
Auch Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis können Schmerzen in Gelenken verursachen.
Oder funktionell?
Kann keine Diagnose ärztlich festgestellt werden, spricht man von sog. unspezifischen oder funktionellen Nackenschmerzen. Diese kommen weit häufiger vor. Bei der Entstehung von funktionellen Beschwerden des Schulter-Nackenbereichs wird aktuell von einem Zusammenspiel aus körperlichen, psychologischen und sozialen Faktoren ausgegangen:
Soziale Faktoren
- Langes Sitzen aufgrund der beruflichen Tätigkeit
- Vorgebeugte Sitzposition, z.B. Arbeit am Laptop statt an einem Monitor
- Hohe körperliche Anforderungen der beruflichen Tätigkeit (z.B. MalerInnen, TischlerInnen, Krankenpflege)
Körperliche Faktoren
- Fehlhaltungen oder -belastungen
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Alter
- Geschlecht, v.a. Schwangerschaften
- Hypermobilität
- Erhöhter Konsum von Genussmitteln (Nikotin, Alkohol)
- Alte Verletzungen, z.B. Stürze, Brüche, Auffahrunfälle, Operationen
Ein weiterer körperlicher Einflussfaktor stellt das sog. Schmerzgedächtnis dar. Je länger ein Schmerzreiz besteht, desto schneller reagiert das zentrale Nervensystem. Wir empfinden Schmerzen früher und stärker - bei gleichem Reiz. Deswegen ist es so wichtig, bei akuten Schmerzen Schmerzmittel – wie Paracetamol oder Ibuprofen – einzunehmen. So wird diesem Prozess entgegengewirkt.
Psychologische Faktoren
- Chronischer Stress über einen langen Zeitraum und dessen negative emotionale Bewertung
- Individuelle Überzeugungen, Ängste, Erwartungshaltungen
- Zufriedenheit im Job
- Neigung zum Katastrophisieren im Rahmen von psychischen Erkrankungen
- Pessimismus
- Neigung durchhalten zu wollen
- Dysfunktionale Glaubenssätze (z.B. „Ich muss das schaffen“)
Wie läuft eine osteopathische Behandlung ab?
Die Osteopathie betrachtet Körper und Geist als eine Einheit, wobei OsteopathInnen einen körperbasierten Ansatz in der Behandlung verfolgen.Nach einer ausführlichen Anamnese erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Diese findet zum Einen – falls nötig – im orthopädischen und neurologischen Bereich statt, um ernsthafte Grunderkrankungen auszuschließen. Außerdem werden Körperregionen identifiziert, welche die Regulationskräfte des Körpers behindern.
Alle Körperregionen, welche die Regulationskräfte des Körpers behindern, werden ganzheitlich behandelt. Es wird nicht ausschließlich das symptomatische Areal therapiert. So werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert.
Dysfunktionen im osteopathischen Sinne können sich in in den folgenden drei Ebenen befinden:
Parietales System
Viszerales System
Craniosacrales System
Faszienverklebungen
Erhöhte Spannungszustände von Organen, z.B. ein verkrampfter Darm
Verminderte Beweglichkeit der Schädelnähte
Verhärtete Muskulatur, z.B. Triggerpunkte
Verminderte Verschieblichkeit eines Organs, z.B. Blase
Unflexible Rückenmarkshäute im Schädel oder im Kreuzbein
Probleme in den Sehnen und Bändern
Verminderter „Ausdruck“ der minimalen Bewegungen des Organs
Verminderter „Ausdruck“ der minimalen Schädelbewegungen
Gelenkfehlstellungen
Mangelnde Gleitfähigkeit zwischen zwei Organen, z.B. Lunge und Herz
Fehlstellungen der Kopfgelenke
Durch die äußeren, manuellen Impulse wird ein neues Gleichgewicht im Körper angeregt. Der eigene Körper arbeitet zwischen den Behandlungen daran, sich selbst zu regulieren.
Je nach persönlichen Befund, wählt der oder die behandelnde OsteopathIn geeignete Techniken aus, um gefundene Dysfunktionen zu lösen.
Wie kann mir Osteopathie bei meinen Nackenschmerzen helfen?
Ein wenig Anatomie
Die Hals- und Brustwirbelsäule sind eng in ihrer Funktion verbunden. Der Hals trägt den Kopf, der bis zu 6kg wiegen kann, und das Gewicht wird weiter auf die obere Brustwirbelsäule verteilt.
Schon eine leichte Neigung von 15 Grad nach vorn erhöht die Belastung für die Nackenmuskulatur auf ca. 12 kg.
Diese Haltung kommt häufig bei der Arbeit an Bildschirmen oder beim Runterschauen auf das Handy vor. Kurz- bis mittelfristig ist die Nackenmuskulatur in der Lage, die vermehrte Belastung zu kompensieren. Bleibt diese Überbelastung allerdings zu lang bestehen, lagert der Körper feste Bindegewebsfasern in die Muskeln ein. Dadurch wird der Muskel härter und kann mehr Gewicht tragen. Gleichzeitig verliert er jedoch an Flexibilität. Es entstehen Triggerpunkte und fasziale Verklebungen. Auf lange Sicht kann sich sogar die Position der Wirbelkörper ungünstig anpassen.
Behandlungen im parietalen System
In der Osteopathie gilt der Leitsatz „Die Struktur (der Wirbelkörper) folgt der Funktion (verhärteter Muskel)“.
Eine parietal-osteopathische Behandlung von Nackenschmerzen könnte beispielsweise in der Auflösung von Triggerpunkten durch Druck bestehen. Die Gleitfähigkeit der Halsfaszien kann durch sanfte Dehnungstechniken wiederhergestellt werden. Auch eine Korrektur der Halswirbelsäule mittels Manipulation oder Muskel-Energie-Technik ist denkbar. Dies entscheidet die behandelnde Person ganz individuell – je nach Ihrem persönlichen Befund.
Viszeral
OsteopathInnen arbeiten zusätzlich an denjenigen Strukturen, welche sich in der Nähe der Hals- und Brustwirbelsäule befinden. Speise- und Luftröhre, Lungen, Herz und dessen Venen und Arterien sind hierfür einige Beispiele. Die viszerale Osteopathie schafft mehr Raum für diese Strukturen.
Beispielsweise wird durch eine Behandlung der Speiseröhre durch eine Dehntechnik, auch die Halswirbelsäule positiv beeinflusst.
Craniosacral
Das craniosacrale System verbindet den Schädel (lat. Cranium) mit dem Kreuzbein (lat. Sacrum). Das verbindende Element stellen die Gehirn- und Rückenmarkshäute dar.
Dysfunktionen in diesem Bereich sind sehr vielfältig. Unter anderem kommen veränderte Spannungen der craniellen Rückenmarkshäute oder Zirkulationsstörungen von Blut und Lymphe vor.
Es stehen diverse Behandlungstechniken für den Kopf und das Kreuzbein bereit, um gefundene Dysfunktionen aufzulösen. Die harmonisierende Wirkung auf das Nervensystem kann auch helfen, Stress zu reduzieren und Ihren Körper in einen Zustand der Ruhe und Regeneration zu versetzen.
Klicken Sie hier, wenn Sie mehr über die Frage „Warum fühle ich mich so müde nach einer Behandlung?“ erfahren möchten.
Wer es genau wissen will
Zusätzlich auftretende Bewegungseinschränkungen können psychisch belastend sein.
Ein Grundsatz der Osteopathie - Körper und Psyche sind eine Einheit - konnte nun in der Hirnforschung erstmals belegt werden:
Eine Grundannahme der Osteopathie besagt, dass Körper und Psyche untrennbar voneinander existieren und sich wechselseitig beeinflussen.
Die Hirnforschung hat erstmals belegt, dass diejenigen Gehirnareale, welche das Schmerzempfinden verarbeiten, ebenso Emotionen und Verhaltensweisen steuern.
Dem folgend ist es unmöglich, Schmerzen zu empfinden, ohne diese gleichzeitig emotional zu bewerten. Zum Beispiel als „halb so schlimm“ oder „hört es jemals auf, weh zu tun?“.
Auf neurobiologischer Ebene wirken osteopathische Behandlungen auf interne Kommunikationswege ein - wozu auch die Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses zählt.
Einfluss der Atmung
Insbesondere die Position der ersten drei Rippenpaare mit ihren Wirbelkörpern, des Schlüsselbeins und des Schulterblatts spielen bei der Gewichtsverteilung des Kopfes eine wichtige Rolle. Dort sind nämlich viele Halsmuskeln „befestigt“, wovon viele als Atemhilfsmuskeln fungieren können. Bei vertiefter Einatmung heben Sie die oberen Rippen an und erleichtern der Luft bis in die Lungenspitzen zu gelangen. Diese liegen oberhalb der Schlüsselbeine.
Der eigentliche Hauptmuskel der Atmung ist das Zwerchfell. Es senkt sich mit der Einatmung und drückt die Bauchorgane nach unten. Daher wird die Zwerchfellatmung auch Bauchatmung genannt. Nun ist es jedoch so, dass viele Menschen zusätzlich zum Zwerchfell unbewusst die Atemhilfsmuskulatur mitbenutzen, um Luft in den Brustkorb zu ziehen.
Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, u.a.:
- flache Atmung durch ein erhöhtes Stresslevel
- Beckenfehlstellungen
- Fehlhaltungen und Überbelastung
- Züge aus benachbarten Organen
Das Resultat sind verhärtete Nackenmuskeln, die den Kopf nach vorn ziehen.
Ihr/e OsteopathIn gibt Ihnen gegebenenfalls spezielle Atem- und Dehnübungen für zuhause, um den Nacken zu entlasten. Es hat sich gezeigt, dass diese zusätzliche positive Effekte entfalten können.
Sie haben bereits verschiedene Therapieformen - wie Stretching, Massage, Physiotherapie und Krafttraining - ausprobiert? Auf dem Weg hin zu mehr Leichtigkeit und Bewegungsfreiheit im Nacken fehlt noch das gewisse etwas?
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Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir während der Behandlung der PatientInnen nicht erreichbar bin. Wir rufen Sie aber im Anschluss schnellstmöglich zurück.